Kammerpräsident Dr. Clever kritisiert Urteil des Europäischen Gerichtshofs

Abtreibungen in Baden-Württemberg in einem Atemzug mit Nazi-Morden zu nennen - das haben deutsche Gerichte bislang nicht erlaubt. Jetzt hat der Straßburger Menschenrechtsgerichtshof entschieden, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung über den Persönlichkeitsrechten der Ärzte stehe. Er hat damit einem radikalen Abtreibungsgegner Recht gegeben, der seit Jahren bundesweit vor Arztpraxen und im Internet gegen Mediziner kämpft, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Er vergleicht Abtreibungen mit den Massenmorden der Nationalsozialisten und spricht analog zum Holocaust vom "Babycaust".

Der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Ulrich Clever, sagte dazu am 26. November 2015 in der SWR-Fernsehsendung „Landesschau aktuell“, dass man das Urteil zwar respektiere, „trotzdem ist die namentliche Nennung von Ärztinnen und Ärzten problematisch, hier geht es schließlich auch um das Arzt-Patienten-Geheimnis. Außerdem beunruhigt es mich sehr, dass wir Ärzte für Dinge angegriffen werden, die manchen Leuten nicht schmecken.“

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letzte Änderung am 27.11.2015