Bezirksärztekammer Nordwürttemberg schließt Lücke

Neuer Weiterbildungsverbund im Main-Tauber-Kreis

An vielen Orten im Südwesten macht sich der Ärztemangel bemerkbar, vor allem in eher ländlich geprägten Regionen. Dieser Entwicklung will die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg gegensteuern und mit der Gründung eines neuen Weiterbildungsverbundes im Main-Tauber-Kreis dazu beitragen, die künftige hausärztliche Versorgung zu sichern.

Mitte März schlossen die Ärztekammer und die Ärzteschaften vor Ort mit dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, der Rotkreuzklinik Wertheim und dem Krankenhaus Tauberbischofsheim einen Kooperationsvertrag, der dem ärztlichen Nachwuchs eine geregelte Weiterbildung in Praxis und Klinik mit kurzen Wegen und zahlreichen Verbund-Vorteilen sichert. Neben den beteiligten Kliniken interessierten sich auch zahlreiche niedergelassene Allgemeinmediziner dafür, in ihren Praxen künftig junge Kollegen weiterzubilden. Sie erhoffen sich von der Zusammenarbeit nicht nur eine gewisse Arbeitsentlastung, sondern vor allem auch die Möglichkeit, potenzielle Praxisnachfolger von ihrer Tätigekeit und von der Attraktivität des Kreises zu überzeugen. Für die Kliniken sind wiederum nicht nur jene Weiterbildungsassistenten wichtig, die beispielsweise Chirurgen oder Internisten werden wollen, sondern eben auch jene, die das Berufsziel Hausarzt anstreben – schließlich gehören sie zu den wichtigsten Einweisern von morgen.

Kammerpräsident Dr. Klaus Baier war es gelungen, neben seinem bayerischen Amtskollegen Dr. Max Kaplan auch den Lehrbereich Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Würzburg für den neuen Verbund zu begeistern, denn die Region wird nach einhelliger Überzeugung besonders von jungen Ärztinnen und Ärzten profitieren, die aus der Umgebung kommen. Auch die lokale Wirtschaft will den Verbund indirekt unterstützen, beispielsweise mit maßgeschneiderten Stellenangeboten für die Lebenspartner der neuen Ärztinnen und Ärzte.

Bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung war auch die Lokalpolitik in Person der jeweiligen Bürgermeister anwesend. Sie lobten das große Engagement der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg für die Sicherung der ärztlichen Versorgung und sicherten der Ärzteschaft die uneingeschränkte Unterstützung der Kommunen zu.

 

IMG_3880

Gemeinsame Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung: Dr. W. Freiherr von Lamezan (Ärztl. Direktor Rotkreuzklinik Wertheim), C. Franken (Verwaltungsdirektor Rotkreuzklinik Wertheim), Dr. K. Baier (Präsident Bezirksärztekammer Nordwürttemberg), Dr. A. Weber (stv. Vorsitzender Ärzteschaft Bad Mergentheim), Prof. Dr. C. Eingartner (Ärztlicher Direktor Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim), Dr. M. Jähnel (Ärztlicher Direktor Krankenhaus Tauberbischofsheim), S. Gerstenkorn (Vorsitzender Ärzteschaft Tauberbischofsheim)

Zurück

letzte Änderung am 12.03.2015