Engagierter Einsatz für Organspende gewürdigt

Jürgen Lämmle, Ministerialdirektor im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren in Baden-Württemberg und die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) haben heute gemeinsam mit der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V. und der Landesärztekammer Baden-Württemberg drei Kliniken für ihren vorbildlichen Einsatz für die Organspende geehrt. Die Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim gGmbH, die Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH – Klinikum Ludwigsburg und die SLK-Kliniken Heilbronn GmbH – Klinikum am Gesundbrunnen erhielten die Auszeichnung im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Transplantationsbeauftragten in Baden-Württemberg.

„Die Krankenhäuser haben bei der Organspende eine Schlüsselfunktion“, sagte Jürgen Lämmle in Stuttgart. „Hier werden mögliche Organspender erkannt. Das ist der Startpunkt für eine Organspende, die in einer lebensrettenden Transplantation ihr Ziel findet. Deshalb wollen wir alles tun, um die Krankenhäuser bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen.“ Ausschlaggebend für die Auswahl der geehrten Krankenhäuser waren Kriterien wie die Unterstützung der Transplantationsbeauftragten durch die Klinikleitungen, die Fortbildung des Klinikpersonals sowie die Erarbeitung von Leitlinien und Verfahrensschritten für den Akutfall Organspende.

„Wir danken allen Ärzten und Pflegenden, die mit persönlichem Engagement Organspenden ermöglichen und so den Menschen auf der Warteliste Hoffnung auf eine lebensrettende Transplantation geben“, erklärte Dr. med. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Entscheidende Bedeutung kommt hierbei den Mitarbeitern von Intensivstationen zu, wo Angehörige von hirntoten Patienten über die Möglichkeit einer Organspende informiert werden. Aufgabe der Landesärztekammer ist auch die Qualitätssicherung, der wir unter anderem mit sogenannten Peer Reviews nachkommen: Dabei verbessert das Personal verschiedener Intensivstationen die Praxis der Organspende und Transplantation durch wechselseitiges Lernen“, so der Kammerpräsident.

In Deutschland stehen cirka 12.000 Patienten auf der Warteliste für ein neues Organ. Im Jahr 2010 konnten 5.083 Transplantationen inklusive Lebendspenden durchgeführt werden. Jedes Jahr sterben etwa 1.000 Menschen, weil nicht rechtzeitig ein neues Organ für sie zur Verfügung stand.

Thomas Reumann, Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft und Reutlinger Landrat, lobte den „außerordentlich schwierigen und verantwortungsvollen“ Einsatz der Transplantationsbeauftragten: „Sie sorgen mit Richtlinien und intensiver Kommunikation für einen hoch professionellen und reibungslosen Ablauf im Falle einer Organspende.“

Die Organspende ist aber nicht allein Aufgabe der Krankenhäuser. „Organspende geht uns alle an“, unterstrich Professor Dr. med. Werner Lauchart, Geschäftsführender Arzt der DSO in der Region Baden-Württemberg. „Jeder sollte sich zu Lebzeiten über das Thema informieren, eine eigene Entscheidung treffen und diese in einem Organspendeausweis dokumentieren.“

Die DSO ist seit Juli 2000 die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende. In der Akutsituation Organspende begleitet sie alle Abläufe: Von der qualifizierten Feststellung des Hirntods über das Gespräch mit den Angehörigen, die medizinischen Maßnahmen zur Erhaltung von Organen und zum Schutz der Organempfänger bis hin zum Organtransport. Daneben unterstützt sie die Krankenhäuser durch Fortbildungen und Prozessoptimierung zum Thema Organspende. Die Mitarbeiter der DSO-Region Baden-Württemberg betreuen insgesamt 139 Krankenhäuser.

Stand: 14.07.2011

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letzte Änderung am 14.07.2011