Zusammenfassung
Das Nierenzellkarzinom ist chemoresistent und strahlenresistent, damit bleibt als einzige potenziell kurative Therapieoption die chirurgische Exzision des Tumors entweder als radikale Tumornephrektomie oder als organerhaltende Tumorexzision. Dank der verbesserten radiologischen Bildgebung werden heutzutage bis zu 75 % der Nierentumoren inzidentell im asymptomatischen Stadium entdeckt. Die 10-Jahres-tumorspezifischen Überlebensraten liegen für organbegrenzte Tumoren (T1, T2) nach R0-Exzision über 90 %. Auch lokal fortgeschrittene Tumoren (T3) können mit 5-Jahres-tumorspezifischen Überlebensraten > 65 % behandelt werden. Im Falle von Nierentumoren in einer Einzelniere oder synchron in beiden Nieren sind gute funktionelle und onkologische Langzeitergebnisse durch einen organerhaltenden Eingriff (imperative Indikation) erreichbar. Tumoren in T1a-Stadien (Tumorgröße < 4 cm) lassen sich meist organerhaltend exzidieren, auch wenn eine gesunde Gegenniere existiert (elektive Indikation), da der organerhaltende Eingriff langfristig die Nierenfunktion sichert. Minimalinvasive Verfahren bieten die Möglichkeit, auch multimorbide Patienten operativ zu kurieren. Welches operative Verfahren letztendlich angewandt wird, ist zum einen abhängig von Größe und Lokalisation des Tumors und zum anderen von Indikationsstellung (elektiv oder imperativ), Alter und Allgemeinzustand des Patienten und Präferenz des Operateurs.
Stand: 02.08.2010
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