Auf diesen Beitrag aus der Zeitschrift "ains -Anästhesiologie - Intensivmedizin - Notfallmedizin -
Schmerztherapie" haben Sie Zugriff
aufgrund der exklusiven Kooperation zwischen der Ärztlichen Pressestelle der Landesärztekammer
Baden-Württemberg und dem Thieme-Verlag.
Für das Jahr 2006 wird geschätzt, dass in Deutschland etwa 500000-600000 nosokomiale Infektionen auftraten und 10000-15000 Patienten infolge daran verstarben. Nosokomiale Infektionen verlängern die stationäre Verweildauer um im Mittel 4 Tage - mit assoziierten Zusatzkosten von 4000 bis 20000 Euro pro Fall. Ungefähr ein Drittel aller im Krankenhaus erworbenen Infektionen gelten als vermeidbar. Die Einstufung einer Infektion als nosokomiale Infektion bedeutet aber nicht automatisch, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen einer medizinischen Behandlung und dem Auftreten einer Infektion existiert. Es ist mithin auch kein Synonym für ärztliches oder pflegerisches Verschulden. Der erste Epidemiologische Bericht der EU betont die gesundheitspolitische und -ökonomische Bedeutung nosokomialer Infektionen und stuft die Zunahme von im Krankenhaus erworbenen Infektionen als wichtigste Gefahr ein - noch vor der Bedrohung durch pandemische Influenza und HIV.