Was ist eine Zöliakie?

Die Zöliakie ist eine lebenslange Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen das Protein Gluten. Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. Zöliakie kann sich bereits im Kindesalter manifestieren oder aber erst im Erwachsenenalter auftreten, dann sprechen die Ärzte von Sprue. Heute benutzt man aber auch bei Erwachsenen immer häufiger die Bezeichnung Zöliakie.

Im Dünndarm wird die aufgenommene Nahrung durch Enzyme in ihre Bestandteile zerlegt und gelangt über die Dünndarmschleimhaut in den Körper. Damit der Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden kann, ist der Darm mit vielen Falten, den sogenannten Zotten, ausgekleidet. Bei der Zöliakie führt die Aufnahme von Gluten mit der Nahrung zu einer Entzündung der Darmschleimhaut, wodurch sich die Zotten zurückbilden. Es können nicht mehr genügend Nährstoffe von Körper aufgenommen werden. Folge sind unter anderem Gewichtsverlust, Durchfall, Haarausfall und Erbrechen. Zöliakie erhöht unter anderem auch die Gefahr von Diabetes und senkt die Fruchtbarkeit. Die chronische Entzündung kann auch zu Darmkrebs führen.

Bei der Entstehung der Zöliakie spielen erbliche Faktoren eine wichtige Rolle. Die komplexen Zusammenhänge sind noch nicht eindeutig geklärt. Durch den Kontakt mit Nahrungsmittelzusätzen wie Konservierungsstoffen, Treibmitteln, Farbzusätzen usw. kann das Immunsystem überfordert werden und reagiert dann überempfindlich.

Die Diagnose der Zöliakie erfolgt über den Nachweis der Zotten-Veränderungen in einer Gewebeprobe aus dem Dünndarm, die in der Regel mittels Gastroskopie gewonnen wird. Außerdem können spezielle Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Momentan ist der völlige Verzicht auf glutenhaltige Nahrung die einzige Möglichkeit, die Krankheit zu bekämpfen. Die Schleimhautentzündung im Darm heilt ab, und auch die Risiken der Langzeitfolgen sinken. Durch glutenfreie Diät werden Betroffene komplett beschwerdefrei. Spezielle glutenfreie Lebensmittel erhält man in Reformhäusern, inzwischen aber sogar in einzelnen Supermärkten.

letzte Änderung am 20.09.2006

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