Warum sollte gegen Windpocken geimpft werden?

Windpocken werden von einem Virus verursacht, das zur großen Gruppe der Herpes-Viren gehört. Der Volksmund gab der Erkrankung diesen Namen, weil scheinbar der Wind sie von Mensch zu Mensch trägt. Wegen der hohen Infektionsgefahr bekommen die meisten Menschen die Windpocken bereits im Kindesalter.

An Haut und Schleimhäuten des gesamten Körpers entstehen linsengroße rote Flecken, die wie Insektenstiche aussehen und zunächst nicht jucken. Nach einigen Tagen bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, der Juckreiz beginnt und hält an, bis die Bläschen ausgetrocknet sind und als Krusten abfallen. Der quälende Juckreiz entsteht durch die begleitende Irritation der Hautnerven. Die Krankheit bleibt so lange ansteckend, bis die letzte Kruste abgeheilt ist, in den Krusten halten sich die hoch infektiösen Viren. Deshalb dürfen erkrankte Kinder erst wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen, wenn keinerlei Krusten mehr zu finden sind. Direkt nach der Windpockenerkrankung besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit, weshalb viele Erkrankte direkt im Anschluss noch einen grippalen Infekt bekommen können. Damit erzeugt die Erkrankung oft für mehrere Wochen eine Abwesenheit im Kindergarten, in der Schule oder bei der Arbeit. Zur Pflege von erkrankten Kindern müssen Eltern oft von der Arbeit frei gestellt werden.

In seltenen Fällen können bei Windpocken auch eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Gehirns, meist des Kleinhirns, auftreten. Bei schwangeren Frauen kann eine Infektion zu schweren Schädigungen des Ungeborenen führen. Jenseits des 15. Lebensjahrs nehmen die Schwere des Krankheitsverlaufs und die Nebenwirkungen zu.

Seit 2004 ist die Windpockenimpfung von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut generell für alle Kinder empfohlen, bisher galt dies nur für Neugeborene mit gesundheitlichen Gefährdungen.

Geimpft wird in der Regel zwischen dem 11. und 14 Lebensmonat. Es ist nur eine einzige Impfung nötig. Auch für Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren, die als Säugling nicht geimpft wurden und keine Windpocken-Erkrankung hatten, wird die Impfung nun ebenfalls dringend empfohlen, ebenso für junge Erwachsene. Ab dem 13. Lebensjahr sind allerdings zwei Impfungen nötig.

Der Impfstoff, der unter die Haut gespritzt wird, ist ein so genannter Lebendimpfstoff, das heißt, er enthält abgeschwächte Erreger, die nicht in der Lage sind, die Erkrankung auszulösen. Das Immunsystem des Geimpften vernichtet den Impferreger allmählich und bildet Antikörper aus, vernichtet so den Impferreger und wird so immun gegen die Krankheit.

Unser Surftipp:

Robert-Koch-Institut
www.rki.de

letzte Änderung am 01.12.2004

Die Verkehrsmedizin widmet sich Erkrankungen und Behinderungen, die zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Auch Medikamente und Drogen können die Verkehrstauglichkeit mindern.

Hier finden Sie verkehrsmedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte.