Was ist der Morbus Waldenström?

Unser Blut besteht ungefähr zur Hälfte aus Blutzellen, also aus roten Blutkörperchen (Sauerstofftransport), weißen Blutkörperchen (Infektabwehr) und Blutplättchen (Blutgerinnung). Der Morbus Waldenström ist eine Erkrankung der Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören. Die Hauptaufgabe der Lymphozyten ist die Erkennung von Bakterien und Viren (oder anderen Fremdstoffen) und deren Beseitigung mit immunologischen Methoden. Dazu bilden die Lymphozyten bestimmte Einweiße, so genannte Antikörper.

Beim Morbus Waldenström können die Antikörper aufgrund eines Gendefektes keine Abwehrfunktion erfüllen. Sie werden fälschlicherweise von einer Tumorzellgruppe produziert. Diese Form des Blutkrebses trägt ihren Namen nach Jan Gösta Waldenström (1906-1996), einem schwedischen Internisten, der die Erkrankung 1944 erstmals wissenschaftlich beschrieb.

Es handelt sich um eine seltene Erkrankung, deren Ursachen man bis heute nicht genau kennt; man vermutet jedoch Vererbung. Das mittlere Alter beim Auftreten des Morbus Waldenström liegt um die 65 Jahre; Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Die Erkrankung schreitet unbehandelt schleichend voran, der Mangel an funktionsfähigen Antikörpern führt zu einer Abwehrschwäche und häufigeren Infektionen. Die Symptome der Erkrankung werden einerseits durch die Überflutung des Knochenmarks mit malignen Zellen und andererseits durch das Auftreten der funktionslosen Abwehrkörper im Blut und deren Ablagerung in verschiedenen Organen hervorgerufen. Zu den begleitenden Allgemeinsymptomen gehören vor allem Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsminderung durch Mangel an roten Blutkörperchen sowie eine erhöhte Blutungsneigung durch Reduktion der Funktion der Blutplättchen. Außerdem kommt es zur Vergrößerung von Milz, Leber und Lymphknoten wie auch zur Schädigung von Herz, Nieren und Nerven mit dadurch bedingtem schleichendem Funktionsverlust.

Zur Diagnostik gehört die Überprüfung der verschiedenen Blutwerte sowie zur Bestätigung der Erkrankung eine Knochenmarkspunktion. Diese dient dem direkten mikroskopischen Nachweis der Tumorzellen. Die Ausbreitung der Erkrankung im Körper des Patienten dokumentiert man durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie.

Die Therapie von Morbus Waldenström ist sehr individuell. Bei Patienten, die keine Symptome zeigen, kann es ausreichend sein, in regelmäßigen Abständen das Blutbild zu kontrollieren. Treten allerdings Symptome auf, stehen verschieden Therapiemöglichkeiten wie die Chemotherapie sowie die Therapie mit Antikörpern zur Verfügung.

letzte Änderung am 20.06.2008

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