Hilfe bei Trigeminusneuralgie?

Der Trigeminus ist ein Gesichtsnerv mit drei Ästen, der die Empfindungen aus Kaumuskulatur, Lippen, Zunge, Wangen und Stirn direkt ins Gehirn übermittelt. Neuralgie bedeutet, dass heftige Schmerzen im Bereich der Nervenversorgung auftreten.

Meistens handelt es sich um anfallsartige und blitzartige Attacken mit maximaler Stärke, die Sekunden bis Minuten dauern. Die Attacken können durch Kauen, Sprechen oder bestimmte Gesichtsbewegungen, die Berührung bestimmter Hautareale, die Einwirkung von Wasser, Kälte oder Wind ausgelöst werden. Die Beschwerden treten oft zyklisch auf, schmerzfreie Intervalle von Monaten und Wochen sind häufig. Manchmal gehen die Attacken in äußerst schmerzhafte längere Salven über. Bei stärksten Schmerzattacken können Zuckungen der Gesichtsmuskulatur hinzukommen.

Personen über 40 Jahren sind häufiger betroffen, hierbei besonders Frauen. Oft tritt die Erkrankung im Zusammenhang mit Neu- oder Missbildungen von kleinen Blutgefäßen im Gesicht auf. Auch bei Multipler Sklerose kann es zu Trigeminusneuralgie kommen. Meist lässt sich jedoch keine konkrete Ursache finden, so dass vermutet wird, dass der Nerv durch mikroskopisch kleine Blutgefäße der Umgebung gereizt wird oder dass die Verarbeitung von Empfindungen im Gehirn gestört ist.

Da durch die immer wiederkehrenden Schmerzen, die vom Patienten wie ein Überfall empfunden werden, die Lebensqualität stark eingeschränkt ist, muss eine sehr individuelle Schmerztherapie durchgeführt werden, die oft erst nach vielen Versuchen Linderung bringt. Schmerzhindernde Medikamente bis hin zu Morphinpräparaten sind oft notwendig, häufig in Kombination mit Kortison oder Antiepileptika und Antidepressiva, die die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen. Jedoch kann man mit der Schmerzbehandlung nicht die Ursache des Geschehens beheben.

In Fällen, in denen mit Medikamenten kein Erfolg erzielt werden kann, besteht die Möglichkeit, besonders bei jungen Patienten, durch eine mikrochirurgische Operation das auf den Gesichtnerv drückende Blutgefäß zu verlagern. Bei älteren oder sehr kranken Patienten wird die weniger belastende, so genannte perkutane Thermokoagulation durchgeführt. Dabei schiebt der Arzt unter Röntgenkontrolle und Kurznarkose eine Sonde durch die Haut zu einer Ansammlung von Nervenzellkörpern des Nervus trigeminus vor. Dort werden dann unter lokaler Hitze-Einwirkung vor allem die Schmerzfasern des Nerven zerstört. Als Hauptnebenwirkung kann es zum Gefühlsverlust auf der betroffenen Gesichtshälfte kommen.

letzte Änderung am 29.10.2002

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