Was ist das Tourette-Syndrom?

Das Tourette-Syndrom ist eine Erkrankung des Nervensystems, die auch zu psychischen Auffälligkeiten führt. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland rund 40 000 Menschen am Tourette-Syndrom erkrankt sind. Benannt ist die Krankheit nach dem französischen Arzt Gilles de la Tourette, der sie 1885 erstmals ausführlich als neurologische Störung beschrieb.

Auffallend sind sogenannte "Tics"; unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise einzeln oder serienartig wiederholt werden. Diese Muskelzuckungen werden von sprachlichen Äußerungen begleitet, durchaus auch nicht angemessener Art. Typischer Weise nehmen die Tics bei ärgerlicher oder freudiger Erregung, innerer und geistiger Anspannung zu. In entspanntem Zustand (beispielsweise morgens nach dem Aufstehen) treten sie eher selten auf. 

Die Ursachen für das Tourette-Syndrom sind bislang weitgehend unbekannt. Am ehesten handelt es sich um eine Störung des Botenstoffwechsels im Gehirn, die vererbbar ist. Tics treten in aller Regel um das 7. Lebensjahr erstmals auf, verstärken sich während der Pubertät, um zwischen dem 16. und 26. Lebensjahr meist wieder nachzulassen. Bei einigen Betroffenen verschwinden die Tics vollständig; andere müssen ein Leben lang damit zurecht kommen. Eine Therapie, die zur vollständigen Heilung führt, gibt es leider nicht.

Wichtig ist beim Umgang mit den Tourette-Kranken zu wissen, dass hinter den ins Auge springenden Tics Menschen stehen, die genauso ernst genommen werden müssen und können wie andere Menschen auch. Sie leiden stark unter diesen von ihnen nicht zu beherrschenden Ereignissen, die sie im Grunde so nie wollen.

letzte Änderung am 17.12.2003

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