Wieviel Schlaf braucht ein Erwachsener?

Ausreichender Schlaf ist eine Grundvoraussetzung für Ausgeglichenheit und körperliche Fitness. Der Mensch verbringt fast ein Drittel seines Lebens im Schlaf. Im Schlaf regenerieren sich Körper und Geist. Schon nach 48 Stunden ohne Schlaf erlischt die Konzentrationsfähigkeit für die einfachsten Tätigkeiten. Wer mehr als drei Tage nicht schläft, kann sich kaum konzentrieren, klar sehen und hören und leidet oft unter Wahnvorstellungen (Halluzinationen).

Langanhaltender Schlafmangel hat viele Auswirkungen: erhöhte Tagesmüdigkeit mit einhergehendem Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche, erhöhte Reizbarkeit und Unruhe bis hin zu Depressionen (wie zum Beispiel bei Eltern mit Neugeborenen). Körperlich wird vor allem das Immunsystem belastet und dadurch die Infektanfälligkeit erhöht. Zirka 40 Prozent aller Verkehrsunfälle sollen durch Übermüdung verursacht sein.

Man geht heute davon aus, dass vor allem ein geregelter Tagesablauf Grundvoraussetzung für einen erholsamen Schlaf ist. Durch einen gleichmäßigen Tagesrhythmus bleibt die sogenannte "Innere Uhr" im Takt, die neben vielen biologischen und psychischen Vorgängen auch für die Schlafsteuerung verantwortlich ist.

Der biologische Rhythmus wird von Nervenkernen in der Hirnbasis gesteuert. Ihre Signale beeinflussen Körpertemperatur, Blutdruck, Hormone und viele weitere Körperfunktionen systematisch. Abends nimmt dagegen die Körpertemperatur ab und bereitet somit den Organismus auf den Schlaf vor, um am Ende der nächtlichen Schlafphase bis kurz vor dem Aufwachen wieder anzusteigen. Dadurch entsteht ein Gefühl der Wachheit am frühen Morgen.

Nachts um 3 Uhr ist das Schlafbedürfnis des Menschen am größten. Man kann zwar willkürlich seine Schlafzeiten bestimmen, aber die "Innere Uhr" gibt einen optimalen Schlaf-Wach-Rhythmus vor. Der wichtigste Zeitgeber dabei ist das Licht. Über das Licht steuert die Innere Uhr die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Es wird vermehrt bei Dunkelheit ausgeschieden. (Bei Interkontinentalflügen wird deshalb die Dunkelheit künstlich erzeugt durch Schlafmasken und Jalousien.)

Der moderne Mensch lebt heute oft gegen seine Innere Uhr: Schichtarbeit, Überstunden bis in den späten Abend, aber auch das geänderte Freizeitverhalten durch Fernsehen und Computer fordern ihren Tribut. Dieses Verstellen der Inneren Uhr kann jedoch zu Krankheiten führen, die über das sogenannte vegetative System herbeigeführt werden. Jeder Mensch hat seine optimale Schlafdauer, die zwischen 8 und 10 Stunden liegt und die er für sich selbst kennen lernen sollte.

letzte Änderung am 12.09.2003

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