Was ist eine Rheumatoide Arthritis?

Die Rheumatoide Arthritis ist eine schmerzhafte Entzündung der Schleimhäute in den Gelenken. Meistens sind die kleinen Fingergelenke betroffen, was beim Händeschütteln den sogenannten Begrüßungsschmerz auslösen kann.

Es handelt sich um eine Gesamtkörper-Erkrankung, die meist mit grippeartigen Beschwerden beginnt: Abgeschlagenheit, erhöhten Temperaturen und Muskelschmerzen. Darauf folgen Schmerzen in den kleinen Gelenken von Hand oder Vorfuß. Durchblutungsstörungen und eine Steifigkeit einzelner Finger am Morgen kommen meistens hinzu, akute Gehbeschwerden kommen ebenso vor. Während des Entzündungsschubs findet man häufig Gelenkschwellungen und -ergüsse.

Ebenso können die Schleimhäute der Sehnenscheiden der Hand- und Fußmuskeln in Mitleidenschaft gezogen werden. Dann kommt es besonders Nachts zu Schmerzen in den Fingern. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können zusätzlich Rheumaknoten auftreten, die sich als kleine Knötchen unter der Haut tasten lassen. Auch Organe können betroffen sein, zum Beispiel das Herz mit einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung, die Lungen mit einer Lungenfibrose, sowie Augen oder Gefäße.

In schweren Fällen werden betroffene Gelenke im Lauf der Jahre so steif, dass beispielsweise die Finger verformt aussehen (Schwanenhalsdeformität) und nicht mehr voll greifen können oder das Gehen durch die Verformung und Versteifung der Fußgelenke sehr beschwerlich sein kann.

>Eine effektive Therapie in den ersten beiden Jahren nach Diagnose der Rheumatoiden Arthritis entscheidet oft über den weiteren Krankheitsverlauf. Der rheumatische Entzündungsprozess muss in diesem Zeitraum wirkungsvoll unterdrückt werden, sonst droht eine Zerstörung und damit Versteifung der betroffenen Gelenke. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen physikalischen und medikamentösen Therapien, die meist in Kombination eingesetzt werden sollen.

Physikalische Therapieverfahren sind außer Krankengymnastik, Bewegungs- und Massagetherapie auch die Thermo-, Hydro-, Elektro- und Kryotherapie. Die Thermo- oder Wärmetherapie hat einen durchblutungsfördernden und schmerzlindernden Effekt. Bei der Hydrotherapie wirkt Wasser als Wärmeträger. Die Kryotherapie hingegen besteht in einer intensiven, lokalen Kühlung, wodurch der Stoffwechsel in diesem Bereich gedämpft und der Entzündungsprozess gehemmt wird. Das Ziel aller physikalischen Therapieverfahren ist jedoch dasselbe: Nur der Patient selbst kann jeweils selbst empfinden, welche Therapie ihm Linderung bringt. Er muss möglichst rasch wieder schmerzfrei bewegungsfähig werden, sonst droht durch die Schonhaltung die betroffene Gelenkkapsel zu schrumpfen und die Muskeln im Bereich des Gelenks verkrampfen.

Die medikamentösen Therapieverfahren können in drei große Kategorien eingeteilt werden: Nicht-steroidale Antiphlogistika, Glukokortikoide, Basistherapeutika.

Die nicht-steroidalen Antiphlogistika (beispielsweise Acetylsalicylsäure Ibuprofen, Diclofenac und Indometacin) reduzieren die Schmerzen und hemmen kurzfristig die Entzündung, können die Krankheit aber langfristig nicht aufhalten. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, die darauf beruhen, dass der natürliche Schutz der Magenschleimhaut durch die Medikamente angegriffen wird. Dadurch entstehen zum Beispiel Magenschmerzen durch eine Schleimhautentzündung, bei der auch Blutverlust auftreten kann. Die neuen "COX-2 Inhibitoren" (Rofecoxib, Celecoxib) rufen die oben genannten Nebenwirkungen offensichtlich seltener hervor.

Glukokortikoide sind kortisonhaltige Präparate, die ebenfalls den Entzündungsprozess hemmen. Sie werden im hochakuten Stadium der rheumatoiden Arthritis eingesetzt.

Ab einem gewissen Stadium der Erkrankung behandelt man mit den sog. Basistherapeutika, dazu gehören Medikamente wie Methotrexat, welches immunsuppressiv wirkt, Chloroquin, ein Mittel aus der Malaria-Therapie, Goldverbindungen und einige andere. Der Wirkungseintritt erfolgt verzögert nach zwei bis drei Monaten. Aufgrund mancher Nebenwirkungen dieser Substanzen sind regelmäßige Laborkontrollen notwendig.

In der Forschung gibt es weitere Therapieformen, die noch klinisch erprobt werden und bislang nur in Studien eingesetzt werden. Hierzu zählt beispielsweise Anti-TNF alpha. Über die neusten Studien informieren die einzelnen Kliniken oder aber Ihr behandelnder Internist oder Rheumatologe.

Unser Surftipp:

Deutsche Rheuma-Liga
Bundesverband e.V.
www.rheuma-liga.de

letzte Änderung am 26.02.2003

Die Verkehrsmedizin widmet sich Erkrankungen und Behinderungen, die zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Auch Medikamente und Drogen können die Verkehrstauglichkeit mindern.

Hier finden Sie verkehrsmedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte.