Was tun bei Phantomschmerzen?

Phantomschmerzen sind Schmerzsignale, die das Gehirn aus Regionen des Körpers empfängt, obwohl der entsprechende Teil des Körpers durch Operation entfernt wurde. Nach einer Amputation von Arm oder Bein, aber beispielsweise auch nach Entfernung eines Teils einer Extremität (beispielsweise Unterschenkel, Fuß, Finger) leiden fast 75 Prozent aller Betroffenen mit Amputationen unter Phantomschmerzen. 

Phantomschmerzen können sehr hartnäckig sein, daher müssen bei der Therapie oft mehrere Therapieansätze versucht werden, bis eine ausreichende Schmerzlinderung erzielt wird. Zu den gängigen Schmerztherapien gehören Opiate wie beispielsweise Morphine, die allerdings verschrieben werden müssen. Frei verkäufliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol sind in ihrer Wirkung bei Phantomschmerzen meist nicht ausreichend. Um die Schmerzen in den Griff zu bekommen, muss eine kontinuierliche Gabe von Schmerzmitteln stattfinden, man sollte nicht warten, bis die Wirkung des Schmerzmittels aufhört und der Schmerz sich wieder bemerkbar macht. Diese Behandlung sollte in Zusammenarbeit mit Schmerztherapeuten maßgeschneidert angeordnet werden, um das Schmerzgedächtnis zu überlisten.

Manchmal werden Schmerzmittel mit Antidepressiva kombiniert, da damit die Reizschwelle der Nervenzellen für Schmerzsignale angehoben und die Empfindung des Schmerzes herabgesetzt wird. Eine Schmerztherapie muss in Kooperation mit dem Patienten genau besprochen werden, um nicht in einen Schmerzmittelmissbrauch zu geraten. Oft führt die Angst vor dem Schmerz zur Übermäßigen Schmerzmitteleinnahme. Auf der anderen Seite führt das Leben mit chronischem Schmerz zum Verlust der Lebensqualität.

Ergänzend werden physikalische Verfahren wie Elektrostimulation angewendet: Schwache Stromreize, die mit Elektroden auf den Amputationsstumpf übertragen werden, regen im Gehirn neue Verbindungen zwischen Nervenzellen an. Diese "überschreiben" die alten, schmerzhaften Eindrücke. Bäder, Massagen und Krankengymnastik sind in vielen Fällen ebenfalls sinnvoll und hilfreich. 

Zur Verlustbewältigung sollte stets eine psychologische Begleitung auch im Sinne einer Verhaltenstherapie stattfinden. Man muss lernen, mit dem Schmerz umzugehen. Insgesamt muss die Therapie sehr individuell angelegt sein, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.

letzte Änderung am 17.12.2007

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