Was ist eine Otosklerose?

Töne und Laute entstehen durch Schallwellen, die über Ohrmuschel und Gehörgang auf das Trommelfell treffen. Das Trommelfell grenzt den Gehörgang vom Mittelohr ab. Der Teil des Mittelohrs, der hinter dem Trommelfell liegt, ist die Paukenhöhle, ein kleiner Hohlraum. Hier befinden sich die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel. Sie sind wie eine Kette hintereinander geschaltet und leiten den Schall über den Hörnerv (Nervus acusticus) ins Gehirn.

Bei der Otosklerose verknöchert die elastische Aufhängung des Steigbügels. Dadurch nimmt die Beweglichkeit dieses Gehörknöchelchens kontinuierlich ab, der Schall wird schlechter weitergeleitet, und es kommt zu einer Schwerhörigkeit. Die genaue Ursache der Verknöcherung ist noch unklar. Etwa einer von hundert Menschen leidet an einer Otosklerose. Das Leiden kann auch familiär vererbt werden und tritt dann schon bei der Geburt auf.

Die Hörminderung macht sich meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr bemerkbar und betrifft zunächst nur ein Ohr. Oft nimmt die Schwerhörigkeit über Jahre hinweg zu und betrifft später in vielen Fällen beide Ohren. Bei 80 Prozent der Patienten kommen auch Ohrgeräusche (Tinnitus) und/oder Schwindel hinzu. Die Otosklerose-Schwerhörigkeit lässt sich nur mit einer Operation behandeln, bei der die knöchernen Verwachsungen am Steigbügel entfernt und durch eine Prothese überbrückt werden. So kann der Schall wieder ungehindert an das Innenohr weitergeleitet werden, und in der Hälfte der Fälle verschwinden nach einer Operation sogar die Tinnitus-Geräusche.

Operationen am Steigbügel können in örtlicher Betäubung erfolgen. Dieses Vorgehen hat gegenüber der Operation in Vollnarkose den Vorteil, dass der Arzt noch während der Operation die Hörverbesserung überprüfen kann.

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letzte Änderung am 29.10.2002

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