Warum entstehen im Sommer mehr Nierensteine?

Mit steigenden Temperaturen nimmt Sommer für Sommer die Zahl der Harnsteinerkrankungen drastisch zu: Hitze, verstärktes Schwitzen und unzureichendes Trinken begünstigen die Nierensteinbildung.

Besonders an heißen Sommertagen sollte daher auf eine deutlich erhöhte Trinkmenge geachtet werden. Das gilt besonders für Patienten mit Harnsteinen in der Vorgeschichte, denn das Risiko, einen weiteren Stein zu entwickeln, verdoppelt sich mit jedem „Steinereignis“.

Nierensteine zählen in Deutschland zu den großen Volkskrankheiten. Fast jeder 20. Bundesbürger - Männer häufiger als Frauen - ist einmal oder mehrfach im Leben betroffen. Vor allem zunehmendes Übergewicht in der Bevölkerung lässt die Tendenz steigen. Die Steine machen, solange sie in der Niere sind, keine Beschwerden und bleiben oft unentdeckt. Verlassen sie jedoch die Niere und gelangen in den Harnleiter, verursachen sie eine äußerst schmerzhafte Kolik.

In den Sommermonaten ist das Risiko, Harnsteine zu entwickeln, besonders groß. Denn an heißen Tagen geht von der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge ein großer Anteil über Atmung und Schwitzen verloren. Das hat zur Folge, dass sich die Urinmenge verringert, weil die Flüssigkeit abgezogen wird. Große Hitze, intensives Schwitzen und eine verminderte Trinkmenge färben den Urin im Extremfall bräunlich. Dann sind die löslichen Salze, die von den Nieren ausgeschieden werden, im Urin in höherer Konzentration vorhanden. Dies begünstigt die Bildung von Nierensteinen, die entstehen, wenn Stoffe auskristallisieren, die üblicherweise im Harn gelöst werden.

Deshalb sollte man an heißen Sommertagen nicht nur auf eine deutlich erhöhte Trinkmenge achten, sondern auch auf die hellgelbe Färbung des Urins. Herzgesunde sollten schon bei normalen Temperaturen und durchschnittlicher körperlicher Aktivität rund zwei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt trinken. Bei großer Hitze und/oder „schweißtreibender“ körperlicher Belastung muss die Trinkmenge deutlich mehr als zwei Liter betragen. Von Vorteil ist es, häufig kleine Flüssigkeitsmengen zu trinken: Mindestens 100 ml Flüssigkeit sollte dem Körper pro Stunde zugeführt werden, um Nierensteinen effektiv vorzubeugen. Deutsches Leitungswasser und ungesüßte Tees sind dafür genauso geeignet wie teure Mineralwasser mit klangvollem Namen oder Harntees. Verzichten sollte man grundsätzlich auf gezuckerte Limonaden, da sie das Risiko für die Entstehung von Nierensteinen erhöhen. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr dienen Bewegung, ein normales Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung der Prävention von Harnsteinerkrankungen. So kann sich eine Purin-arme Ernährung, mit einem geringen Anteil an Fleisch, Wurst, Innereien und Hülsenfrüchten, sowie das Vermeiden von Lebensmitteln mit hohem Oxalat-Gehalt wie Spinat, Rhabarber und Mangold, günstig auswirken.

Weitere Informationen: Urologenportal

letzte Änderung am 22.07.2014

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