Was ist Narkolepsie?

"Schlafkrankheit" oder "Schlummersucht" heißt die Narkolepsie im Volksmund. Es handelt sich dabei um eine seltene neurologische Erkrankung im Gehirn, die mit einem nicht beherrschbaren Einschlafdrang ein normalen Alltag für die Betroffenen schier unmöglich macht.

Nach Schätzungen der Deutschen Narkolepsie-Gesellschaft leiden rund 40.000 Menschen in Deutschland unter dieser Erkrankung. Sie kann auch schon bei Kindern auftreten, am häufigsten beginnt sie jedoch in der Pubertät und kann sich unbehandelt Jahr für Jahr verschlimmern. 

Narkolepsiekranke werden oft mehrfach am Tag von blitzartigen Schlafattacken überwältigt, die vom Erkrankten nicht zu überwinden sind. Viele verlieren bei der plötzlichen Müdigkeit auch die Muskelspannung im Gesicht oder in den Beinen, was oft zu nicht kontrollierten Stürzen führt. Häufig werden diese Phänomene durch große Gefühlsregungen wie Lachen, Ärger oder Überraschung hervorgerufen. 

Als Ursache der Narkolepsie wird heute ein erblicher Gendefekt vermutet. Bei Schlafsucht-Patienten findet sich im Gehirn weniger Hypocretin, ein Hormon, das den Schlaf-Wachrhythmus mit steuert. 

Narkolepsie ist bis heute nicht heilbar. Die Tagesmüdigkeit kann aber durch Medikamente teilweise gemildert werden. Auch können kurze und bewusste "Nickerchen" am Tage hilfreich sein. 

Die Narkolepsie geht nicht mit psychischen Störungen oder geistigen Minderleistungen einher. Trotzdem haben viele Betroffene bis zur Diagnose einen Leidensweg hinter sich. Sie verlieren ihre Arbeit und ziehen sich aus dem Familien- und Freundeskreis zurück. Denn ein Narkolepsie-Patient wird leicht als Schlafmütze, Faulpelz oder Simulant abgetan. Die sachliche Information des sozialen Umfeldes über das unbedenkliche dieser Erkrankung ist deshalb dringend geboten. Die Therapie kann zudem durch die Hilfe bei der Wahl eines geeigneten Arbeitsplatzes, an dem der Patient mit seiner Störung dennoch teilnehmen kann, erheblich erleichtert. Tätigkeiten an Maschinen sowie das Lenken von Fahrzeugen sind keinesfalls geeignet.

letzte Änderung am 17.01.2006

Die Verkehrsmedizin widmet sich Erkrankungen und Behinderungen, die zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Auch Medikamente und Drogen können die Verkehrstauglichkeit mindern.

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