Kann man Krankheiten an den Nägeln ablesen?

Viele Krankheiten hinterlassen ihre Spuren an den Finger- und Zehennägeln. Wenn es dem Körper schlecht geht, wachsen die Nägel schlechter. Wegen des langsamen Wachstums der Nägel - Fingernägel wachsen durchschnittlich nicht mehr als einen Millimeter und die Zehennägel etwa einen halben Millimeter pro Woche - entstehen Querstreifen, die auf eine Erkrankung hindeuten können, wie beispielsweise eine schwere chronische Infektionskrankheit.

Aber nicht nur "abgelaufene" Krankheiten kann man an den Nägeln ablesen, sondern auch aktuelle Gesundheitsprobleme: Die so genannten "Uhrglasnägel" deuten auf einen längeren Sauerstoffmangel hin, wie er bei einer chronischen Lungenerkrankung oder bei einem angeborenen oder durch Krankheit erworbenen Herzfehler auftritt. Als Begleiterscheinung werden die Bindegewebsschicht und die Blutgefäße unter den Nägeln dicker und es kommt zu der typischen gewölbten "Uhrglas"-Form. Bei den so genannten "Löffelnägeln" - typisches Zeichen bei Blutarmut oder Durchblutungsstörungen sowie bei Darmerkrankungen - sind die Ränder der Nägel nach oben gewölbt.

Hinter brüchigen Fingernägel wird häufig eine Störungen der Schilddrüse vermutet. Ursache kann aber auch ein Mangel an Mineralstoffen sein. Brüchige Nägel sind sehr oft auch das Resultat übertriebener Schönheitspflege - häufiges Anwenden von Aceton, wodurch die Nägel austrocknen - oder Folge schädlicher und scharfer Putzmittel.

Die häufigsten Spuren an den Nägeln sind weißliche Streifen oder Flecken als Folgen kleiner Verletzungen am Nagelbett. Aber auch bei Eiweißmangel im Blut oder nach einer Krebsbehandlung mit Chemotherapie kommt es zu solchen Veränderungen. Auch andere farbliche Veränderungen lassen sich oft bestimmten Krankheiten zuordnen: gelb - Leberleiden; bleifarben - Herzerkrankung; blassrosa - Blutarmut.

letzte Änderung am 13.09.2005

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