Wie werden Medikamente richtig eingenommen?

Bevor durch den Mund eingenommene Arzneistoffe an ihren Wirkort gelangen, müssen sie zunächst den Magen passieren und werden dann im Dünndarm von der Darmschleimhaut aufgenommen. In jedem dieser Bereiche kann die Wirkung von Medikamenten durch verschiedene Einflüsse verändert werden. Die Wirkstoffe gelangen beispielsweise aus einem leeren Magen schneller in den Dünndarm, als wenn ihnen schwer verdauliche Nahrungsmittel den Weg dahin "versperren". Außerdem kann die Nahrung ein Arzneimittel so verändern, dass es nicht mehr wie gewünscht wirkt.

Schreibt der Beipackzettel die "Einnahme vor dem Essen" vor, sollte die Arznei bis 15 Minuten vor der Mahlzeit auf leeren Magen eingenommen werden. Bei "Einnahme während des Essens" muss die Einnahme innerhalb von fünf Minuten nach der Mahlzeit erfolgen, damit sich das Medikament mit dem Speisebrei mischt. "Einnahme nach dem Essen" bedeutet, dass zwischen Mahlzeit und Einnahme ein deutlicher Abstand von bis zu 30 Minuten liegen sollte.

Medikamente sollten immer mit Wasser eingenommen werden, das vorzugsweise zimmerwarm ist und keine Kohlensäure enthält, sonst kann beim Aufstoßen der unangenehme Medikamentengeschmack verspürt werden. Niemals ein Medikament mit heißer Flüssigkeit einnehmen; wegen der Wärme ist dabei die geschluckte Menge zu gering und die Tablette kann an der Rachenhinterwand hängen bleiben. Ebenso niemals ein Medikament ohne Wasser einnehmen, auch hier kann die Kapsel hängen bleiben und Verletzungen erzeugen. Medikamente niemals mit Alkohol einnehmen, denn er kann die Wirkung verändern.

Bei Antibiotika zur Behandlung von Infektionen behindern Kalzium und Magnesium die Aufnahme der Wirkstoffe. Deshalb sollten zwischen dem Genuss von Milch/Milchprodukten und der Antibiotika-Einnahme mindestens zwei Stunden liegen.

Manche Medikamente können die Aufnahme wichtiger Nährstoffe blockieren. Arzneimittel können so Ursache dafür sein, dass Nahrungsbestandteile (in der Regel Vitamine) nicht richtig verwertet werden. Dieser Effekt tritt allerdings nur bei Behandlungen über einen längeren Zeitraum auf. Die in zahlreichen Schmerzmitteln enthaltene Acetylsalicylsäure hemmt beispielsweise die Aufnahme von Kalzium und verschiedener Vitamine wie Vitamin C und Folsäure. Auch Präparate gegen die Rheumaerkrankung verringern die Kalziumaufnahme aus der Nahrung. Verschiedene Cholesterinsenker behindern die Aufnahme von Mineralstoffen aus dem Darm, die für den Knochenaufbau von Bedeutung sind. Dies kann vor allem problematisch für Betroffene sein, die einen erhöhten Nährstoffbedarf haben, wie Senioren, Schwangere und Stillende sowie für chronisch Kranke.

Die Wirkung von Arzneimitteln kann auch von der Tageszeit beeinflusst werden. Experten gehen heute davon aus, dass einige der häufigsten chemotherapeutischen Mittel durch die richtige Wahl der Tageszeit verträglicher und in einigen Fällen auch effektiver wirken.

letzte Änderung am 16.02.2004

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