Droht bei Makuladegeneration die Erblindung?

Die Makuladegeneration ist in den Industrienationen die häufigste Ursache für den Verlust der Sehschärfe im höheren Alter. Betroffen ist der Augenhintergrund (die Makula), also die Stelle der Netzhaut, die für das scharfe Sehen verantwortlich ist.
Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch nicht erforscht. Vermutlich wird die unter der Makula gelegene Pigmentschicht im Laufe des Lebens durch Stoffwechselprodukte geschädigt. Obwohl in jedem alternden Auge vielfältige degenerative Veränderungen entstehen, entwickeln sich dennoch nur bei einem Teil der Menschen Sehschärfen-mindernde Veränderungen. Individuelle Faktoren und genetische Prädisposition scheinen dabei eine Rolle zu spielen.

Die Makuladegeneration verursacht keine Schmerzen. Meist merkt der Patient die ersten Anzeichen beim Lesen. In der Mitte des Schriftbildes sieht er einen verschwommenen Fleck oder einen grauen Schatten, der mit der Zeit größer wird. Weitere typische Anzeichen sind eine Veränderung der Sehschärfe und der Farbwahrnehmung sowie Verzerrungen.

Die Erkrankung führt auch im Spätstadium nicht zur völligen Erblindung. Die Patienten finden sich häufig noch in ihrer Umgebung zurecht, verlieren aber die Lesefähigkeit und Fahrtüchtigkeit und haben Schwierigkeiten beim Erkennen von Personen. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Im Durchschnitt zeigen bereits 20 Prozent der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren und 35 Prozent der 75- bis 84-jährigen Frühformen der Erkrankung.

Trotz vieler neuer Therapieansätze und intensiver Forschung im Bereich der Makuladegeneration sind die Therapiemöglichkeiten begrenzt und kommen nur für einen kleinen Teil der Patienten in Frage. In den meisten Fällen kann jedoch die Lesefähigkeit durch vergrößernde Sehhilfen (beispielsweise Lupen, Lupenbrillen, Fernrohr- und Prismenlupenbrillen) zumindest vorübergehend wieder erlangt werden. Prophylaktische Maßnahmen oder Medikamente sind nicht bekannt. Es ist jedoch zu empfehlen, das Rauchen aufzugeben, da dies ein bekannter Risikofaktor für die Makuladegeneration ist. Eine vitaminreiche Ernährung ist hilfreich. Langes Fernsehen mit zu kleinem Bildschirm oder Arbeit am Computer sollte ebenso wie Stress vermieden werden. Bei starker Sonneneinstrahlung ist auf das Tragen einer Sonnenbrille mit hochwertigen Gläsern zu achten.

letzte Änderung am 22.02.2005

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