Wie wird ein Leistenbruch behandelt?

Die Ursache für den Leistenbruch liegt fast immer in einer angeborenen Schwäche des Bindegewebes. Die Bauchmuskelgruppen im Leistenbereich werden gewissermaßen durch Bindegewebe zusammengehalten. Bei erhöhtem Innendruck im Bauchraum und einer angeborenen Schwäche des Bindegewebes kann an dieser Stelle Gewebe aus dem Bauchraum bis unter die Haut hervorrutschen, im schlimmsten Fall sogar ein Stück vom Darm. Es bildet sich ein Bruchsack, der von außen als "Beule" sichtbar wird und auch schmerzhaft sein kann. Es handelt sich also im eigentlichen Sinne nicht um einen "Bruch", sondern um das Hervorgleiten von Gewebe.

Auslöser können starkes Pressen beim Stuhlgang oder kräftiger Husten sein, aber auch das Heben von schweren Lasten, vor allem bei schlecht ausgeprägter Bauchmuskulatur oder auch sportliche Übungen.

In 85% der Fälle sind Männer und Knaben betroffen, denn bei ihnen führt quer durch das Bauchfell ein Kanal mit dem Samenstrang und Blutadern zur Versorgung der Hoden. Manche erleiden Bindegewebe schwach, kann unter Belastung genau an diesem Kanal ein Stück Darm bis unter die Haut durchbrechen. Die Behandlung des Leistenbruchs besteht in der Operation. Dieser Eingriff wird in Kliniken mit Abteilungen für Bauch- oder Allgemeinchirurgie durchgeführt.

Gefährlich kann ein Leistenbruch werden, wenn er nicht behandelt wird. Dann kann es zu Komplikationen kommen: Die durchgerutschte Darmschlinge kann anschwellen und abgeschnürt werden und sich dadurch entzünden und schließlich sogar absterben. Wenn eine sofortige Operation nicht möglich ist, kann als Übergangslösung bis zur Operation ein Bruchband getragen werden, das verhindert, dass noch mehr Darm austritt. Als Dauerlösung sind Bruchbänder aber nur solchen Patienten zu empfehlen, deren Gesundheitszustand gar keine Operation zulässt, was heute immer seltener ist dank der modernen Narkosetechnik und der verfeinerten Operationstechnik dauert solch eine Operation zirka dreißig Minuten. Insgesamt beträgt der Krankenhausaufenthalt üblicherweise eine Woche. Man kann in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung operiert werden, auch eine Betäubung ist hier möglich.

Wenn der Leistenbruch eine bestimmte Größe hat, erfolgt die Operation mit einem Bauchschnitt. Der Bruchsack wird abgetrennt und die Darmschlinge, soweit sie nicht geschädigt ist, wieder in die Bauchhöhle platziert. Dann müssen Muskel- und andere Gewebeschichten zusammengenäht, die Lücke verschlossen werden, notfalls unter Zuhilfenahme eines Kunstoffnetzes. Bei kleineren Gewebsbrüchen wenden die Chirurgen zunehmend endoskopische (sog. mininmal-invasive) Operationsmethoden an, bei denen man die chirurgischen Werkzeuge und eine Kamera in die Bauchhöhle einführt.

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich rechtzeitig, regelmäßiges Bauchmuskeltraining durchzuführen, auch nach einer Operation kann man damit das Wieder-/Neuauftreten von Leistenbrüchen vermieden werden, sowie das Gewicht möglichst niedrig zu halten, damit der Druck im Innenraum des Baues nicht so hoch ist.

letzte Änderung am 29.10.2002

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