Antibiotikabehandlung und mögliche Folgen im Darm?

Wenn der Körper mit Bakterien nicht fertig wird, werden Antibiotika zur Vernichtung der Bakterien eingesetzt. Antibiotika können nicht unterscheiden zwischen krankmachenden und nicht-krankmachenden Bakterien; sie bekämpfen alle Bakterien, die ihnen begegnen. Damit werden dann auch Bakterien erreicht, die zu den "guten Bakterien" des Körpers gehören, wie Bakterien der Darmflora oder der Scheide.

Im Darm werden beispielsweise Kohlehydrate aus der Nahrung von den Bakterien der Darmflora abgebaut. Fehlen diese, ziehen die unverdauten Kohlehydrate Wasser aus dem umliegenden Gewebe in den Darm und so entsteht ein flüssiger Stuhl, den man Durchfall nennt. Der Körper verliert dabei viel Flüssigkeit und u.a. die Mineralstoffe Natrium und Kalium.

Wenn die Darmbakterien nicht mehr vorhanden sind, machen sie Platz für andere Keime und begünstigen so das Wachstum beispielsweise von Pilzen (z.B. Soor) oder des Bakteriums Clostridium difficile, das üblicherweise in geringer Menge vorkommt und von einer gesunden Darmflora "in Schach" gehalten wird. Wenn die Zahl dieser Bakterien zunimmt, können sie eine Entzündung der Darmschleimhaut verursachen. Dies geht mit schweren Durchfällen einher und kann die Entstehung chronischer Darmerkrankungen begünstigen.

So weit muss es allerdings nicht kommen. Wer während der Einnahme von Antibiotika einen Durchfall erleidet, kann Präparate mit getrockneten Darmbakterien vom Arzt verordnet bekommen. Ebenso muss dann eine besondere Diät eingehalten werden, beispielsweise keine Schimmelpilz-Käse. Joghurt ist stets ein gutes Mittel, die Darmflora zu unterstützen und gesund werden zu lassen.

Länger als eine Woche andauernder Durchfall nach Ende einer Antibiotikagabe sollte immer mit einem Arzt besprochen werden.

letzte Änderung am 02.12.2004

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