Wozu dient ein Cochleaimplantat?

Das Cochleaimplantat ist eine Hörprothese für Gehörlose und Ertaubte, deren Innenohr nicht funktioniert, wohl aber deren Hörnerv.

Das Implantat besteht aus einem Bündel Elektroden, das durch eine Operation in die Hörschnecke im Innenohr eingeführt wird. Hinter der Ohrmuschel wird ein Mikrofon getragen, das die Schallwellen der Umgebung aufnimmt. Ein integrierter Sprachprozessor wählt die Sprachanteile aus, die für das Verstehen wichtig sind, und kodiert sie. Diese Signale werden an die Elektroden weitergegeben, die mit elektrischen Impulsen den Hörnerv stimulieren.

Dadurch werden beim Implantatträger Hörempfindungen ausgelöst, die jedoch von der Wahrnehmung Normalhörender weit entfernt sind. Ein Normalhörender könnte mit diesen Sinneseindrücken wenig anfangen. Die Verarbeitung akustischer Reize im Gehirn ist aber so flexibel, dass sehr bald eine Anpassung stattfindet. Im Anschluss ist es notwendig, im Rahmen einer Rehabilitation hören zu lernen. Erwachsene, die gerade ertaubt sind und frühzeitig mit einem Cochleaimplantat versorgt werden, benötigen gewöhnlich eine Rehabilitationsphase von einigen Wochen, während die Dauer bei Kindern auf etwa zwei Jahre veranschlagt wird.

Das Cochleaimplantat kann eine hochgradige Hörbehinderung nicht vollständig beheben. Manche können auch mit einem Implantat nur einige Geräusche identifizieren, während andere ohne Probleme telefonieren und sich auch in lauten Umgebungen verständigen können. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass die weitaus überwiegende Mehrheit der Implantatträger eine Verbesserung der Lebensqualität feststellen wird.

Die Kosten in Höhe von zirka 40.000 Euro für eine Implantation werden bei entsprechender Indikation in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Hyperlink: Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V. www.dcig.de


letzte Änderung am 19.04.2006

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