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Die Schilddrüse liegt unmittelbar unter dem Kehlkopf und hat die Form eines
Schmetterlings. Sie ist verantwortlich für die Produktion, Speicherung und
Ausschüttung der Schilddrüsenhormone. Diese sind für die Regulation der
Grundaktivität jeder Körperzelle verantwortlich.
Bei einer Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen werden Energiehaushalt
und Stoffwechsel der Körperzellen gebremst. Im Gegensatz dazu führt eine
krankhaft erhöhte Schilddrüsenhormonmenge im Blut zu einer
Schilddrüsen-Überfunktion mit entsprechend erhöhtem Energiebedarf des
Körpers. - Im folgenden werden die häufigsten Schilddrüsenerkrankungen kurz
charakterisiert:
Eine Hypothyreose ist eine Unterversorgung des Körpers mit
Schilddrüsenhormonen. Die häufigste Ursache ist eine Unterfunktion der
Schilddrüse infolge einer Zerstörung oder eines Verlustes des
Schilddrüsengewebes. Eine angeborene Hypothyreose führt unbehandelt zu
schweren geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen. Im Erwachsenenalter
werden ebenfalls zahlreiche Organsysteme durch den Hormonmangel gestört. Die
Patienten klagen z.B. über Gewichtszunahme, verlangsamten Puls,
Kälteempfindlichkeit, trockene Haut und Antriebsarmut. Die Diagnose wird durch
die Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut gesichert. Die Therapie erfolgt
durch Hormonersatz, manchmal lebenslang. Bei korrekter Dosierung und
regelmäßiger Einnahme des Medikamentes zeigen die Patienten keine Unterschiede
in der Leistungsfähigkeit und Lebenserwartung gegenüber schilddrüsengesunden
Personen.
Eine Hyperthyreose ist eine Überversorgung des Körpers mit
Schilddrüsenhormonen. Die häufigste Ursache ist eine Überfunktion der
Schilddrüse im Rahmen eines Morbus Basedow sowie eine Schilddrüsenautonomie.
Eine Hyperthyreose führt zu vielfältigen Allgemeinsymptomen wie
Gewichtsabnahme trotz Appetitsteigerung, Haarausfall, Schweißneigung und
Wärmeintoleranz. Daneben gibt es noch Wirkungen auf einzelne Organsysteme. Hier
ist die Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem hervorzuheben, da
Schilddrüsenhormone den Körper für die Wirkung von Stresshormonen wie
Adrenalin und Noradrenalin sensibilisieren. Die Diagnose wird durch die
Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut sowie durch eine Szintigraphie
gesichert. Die Therapie erfolgt durch die Gabe von Medikamenten, die die
Schilddrüsenhormonproduktion hemmen, sowie durch Verfahren, die das
funktionsfähige Schilddrüsengewebe reduzieren (z.B. die Operation und die
Radiojodtherapie). Bei einer zu umfangreichen Operation oder Radiojodtherapie
kann eine Hypothyreose der Schilddrüse die Folge sein, die dann ihrerseits
durch einen Hormonersatz behandelt werden muss.
Schilddrüsenteile können sich auch knotig verändern. Man unterschiedet
hier die "kalten", nicht Hormon produzierenden, von den
"heißen", Hormon produzierenden Knoten. In seltenen Fällen können
diese Knoten auch bösartig entarten.
Zu einer allgemeinen Schilddrüsen-Vergrößerung (Kropf) mit massivem
Wachstum des Bindegewebes in der Schilddrüse kommt es, wenn zu wenig Jod mit
der Nahrung und dem Trinkwasser aufgenommen wird. Diese Erkrankung kann einen
diffusen Druck auf die Luft- oder Speiseröhre ausüben. Eine Verkleinerung des
Organs kann durch Einnahme von Jodid bzw. Schilddrüsenhormonen erzielt werden,
oder es muss operativ eingegriffen werden.
Unser Surftipp:
Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. Bundesverband
www.schilddruesenliga.de
Stand: 22.12.2004
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