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Unter Laufsportlern ist das Schienbeinkantensyndrom fast so bekannt wie ein
bunter Hund. Es handelt sich um Beschwerden, die beim Laufen bereits nach kurzer
Zeit einsetzen: Krampfartige Schmerzen auf der Innenseite des Unterschenkels
unweit des Innenknöchels bis hinauf zum Knie.
Schienbeinmuskeln sind erheblich dünner und schwächer als Wadenmuskeln,
deshalb sind sie bei falscher Belastung oder Überlastung anfälliger für
Verletzungen. Wenn ein Schienbeinmuskel zu stark beansprucht wird, kommt es zu
Reizungen der Sehne beziehungsweise der Stelle, wo die Sehne mit der dünnen
Knochenhaut verwachsen ist. Deshalb sind die Schmerzen dieses Syndroms eher in
der Sehne und am Sehnenansatz der Muskulatur zu spüren. Die Knochenhaut enthält
wiederum sehr viele Nerven, daher sind Verletzungen oder Reizungen besonders schmerzintensiv.
Das Schienbeinkantensyndrom ist häufig Folge einer Überbelastung oder eines
Trainings auf zu harten, unelastischen Böden, oder auch von falschen, nicht
optimal gedämpften Laufschuhen, die zu einer Reizung führen.
Die Behandlung beruht im wesentlichen auf Schonung. Mit Eis kann die
schmerzende Stelle gekühlt und eine Schwellung reduziert werden. Mit
abschwellenden Mitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac wird die Entzündung
gehemmt und die Schwellung zurück gedrängt, damit nimmt der Schmerz ab. Mit
Besserung der Beschwerden sollten die Muskeln mit Krankengymnastik oder Übungsgeräten
auftrainiert werden, wobei sowohl die Waden- als auch die Schienbeinmuskeln
gleichermaßen trainiert werden müssen. Es dauert in der Regel zwei bis vier
Wochen, bis das Syndrom zur Ruhe kommt, danach kann stufenweise zur Belastung
zurückgekehrt werden.
Stand: 13.09.2005
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