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Im Schultergelenk wirken viele Muskeln in
komplexer Weise zusammen, um dem Arm einen großen Bewegungsspielraum zu ermöglichen
(die einzige knöcherne Verbindung zwischen Schulter und Rumpfskelett ist das
Schlüsselbein). Die Stabilisation des Schultergelenks und die Kraftübertragung
übernehmen fast ausschließlich Muskeln und Sehnen.
Besonders häufig sind Verletzungen und Risse
(Rupturen) im Bereich der sog. "Rotatoren". Die Rotatoren sind eine
Muskelgruppe, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne des Schulterblatts halten
und Drehungen nach innen und außen ermöglichen. Besonders häufig sind hier
Verletzungen mir Ein- und Abrissen. Gerade mit zunehmendem Alter kann eine
Muskelsehne durch Verschleiß oder ein Bagatelltrauma vorgeschädigt sein und
dann bei einer stärkeren Belastung reißen. Auch Unfälle wie Sturz auf die
Schulter oder Schulterverrenkungen können die Rotatorenmanschetten-Ruptur
verursachen. Die Verletzung kann auch bei starken Dauerbelastungen der
Muskelgruppe auftreten, besonders "Überkopf"-Sportler wie Werfer,
Schwimmer, Tennisspieler und Golfer sind gefährdet: Bei starker Inanspruchnahme
der Muskeln können schon winzige Verletzungen oder Verrenkungen zu Schäden und
Rissen an der Rotatorenmanschette führen.
Das Reißen der Muskeln spüren die Betroffenen
deutlich, denn dieses Ereignis ist von starken Schmerzen begleitet. In der
Folgezeit klagen die Patienten über Belastungs- und Ruheschmerzen, und sie
bemerken eine verminderte Kraft und Beweglichkeit beim Heben des Armes. Das
betroffene Gelenk wird instabil, es kommt zur Bewegungseinschränkung und zu
einem Funktionsverlust der Schulter.
Der Arzt kann durch körperliche Untersuchung,
Sonografie, Kernspin-Tomographie oder auch Gelenkspiegelung
feststellen, ob und wieweit die Rotatorenmanschette verletzt ist. Für die
Therapie ist besonders eine ausgefeilte Krankengymnastik wichtig. In vielen Fällen
lässt sich so die Instabilität beseitigen, vor allem, wenn keine Zerrung
vorlag. Führt das systematische Trainingsprogramm nicht zu einer ausreichenden
Stabilisierung und Belastbarkeit, wird ein operativer Eingriff notwendig.
Stand: 29.10.2002
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