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Was ist der Morbus Osler?

Durch eine seltene, erbliche Erkrankung der Blutgefäße und des umliegenden Gewebes sind die Blutgefäße krankhaft erweitert. An Haut und Schleimhaut sind die Erweiterungen als typische, stecknadelkopfgroße rote Flecken zu sehen. Diese sogenannten Teleangiektasien können überall auftreten, besonders häufig findet man sie im Gesicht sowie an Nase und im Mund.

Neben den kleinen Gefäßerweiterungen können besonders in der Lunge, dem Gehirn und der Leber große Gefäßveränderungen auftreten. Sie machen sich meist über längere Zeit nicht bemerkbar, können jedoch durch starke Blutungen akut sehr bedrohlich werden.

Durch die Erweiterung sind die Gefäßwände der Blutgefäße dünn und verletzlich. Insbesondere bei Zahnbehandlungen kann es durch Gefäßverletzungen zur Einschwemmung von Bakterien in das Blut kommen. Deshalb sollten betroffene Patienten ihren Zahn-/Arzt unbedingt auf die Erkrankung aufmerksam machen, damit im Fall von Eingriffen mit Antibiotika vorgesorgt werden kann.

Fast alle Osler-Kranken haben starkes Nasenbluten, welches sich oft nur mit einer Laserbehandlung oder Operation eindämmen lässt. Auch am Gehirn sowie an inneren Organen wie Lungen, Leber und Magen-Darm-Trakt treten starke Blutungen auf, die dann lebensbedrohlich sein können.

Die Ursache der Erkrankung kann nicht behandelt werden. Bei Nasenbluten können Nasentamponaden zur Blutstillung angelegt werden. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Verödung der erweiterten Gefäße mittels Laser-Therapie. Auch bei Magen-Darmblutungen können einzelne blutende Stellen mit Laser behandelt werden.

Hat sich aufgrund von Blutungen eine Anämie (Blutarmut) entwickelt, muss diese durch die Gabe von Eisenpräparaten behandelt werden. In schwerwiegenden Fällen können auch Bluttransfusionen nötig werden.

Stand: 19.04.2006

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