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Wattestäbchen zur Ohrreinigung?

Wer sauber sein möchte, wäscht sich natürlich auch die Ohren. Ohrschmalz gilt dabei als unappetitlich und wird entfernt, vor allem von fürsorglichen Eltern mit allen geeigneten oder auch ungeeigneten Mitteln. Ohrschmalz ist jedoch kein "Schmutz" im Gehörgang, welcher regelmäßig entfernt werden müsste. Ohrschmalz wird durch besondere Gehörgangsdrüsen produziert, um die Gehörgangshaut geschmeidig zu machen und ihren Säureschutzmantel, der das Einnisten von Bakterien verhindert, aufrecht zu erhalten. Bei der Selbstreinigung des Ohres transportieren winzige Flimmerhärchen mit ständigen Bewegungen das Ohrschmalz gemeinsam mit abgestoßenen Hautschuppen zur Gehörgangsöffnung. Dort kann es mit einem feuchten Waschlappen entfernt werden.

Durch den Gebrauch von Wattestäbchen im Gehörgang wird das Ohrschmalz jedoch oftmals in die Tiefe des Gehörganges bis vor das Trommelfell geschoben. Dort kann es eintrocknen und bleibt als harter Ohrschmalzpfropfen zum Teil sogar mit Druck auf das Trommelfell kleben. Außerdem kann der harte Innenteil des Wattestäbchens zu Verletzungen der Gehörgangshaut mit nachfolgenden schmerzhaften Gehörgangsentzündungen und hartnäckigen Ekzemen führen. Daher ist die Reinigung des Ohres mit Wattestäbchen unbedingt zu vermeiden. Besser ist es, beim Haarewaschen oder Duschen auch etwas Wasser in das Ohr laufen zu lassen, sodass das Ohrschmalz nie verhärtet. Dabei darf jedoch keine Seife in den Gehörgang gelangen.

Manche Menschen neigen zu einer übermäßigen Produktion von Ohrschmalz mit Bildung großer Ohrschmalzpfröpfe, die sich oft durch schlechtes Hören bemerkbar machen. In diesen Fällen empfiehlt sich die fachgerechte Ohrschmalzentfernung durch den Arzt alle zwei bis drei Monate.

Stand: 23.02.2004

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