Fortbildungsveranstaltung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) 2018

Am 27. Januar 2018 führt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) während des „53. Ärztekongress im Rahmen der Fachmesse Medizin“ eine Fortbildungsveranstaltung durch. Die Veranstaltung findet von 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr in der Landesmesse Stuttgart statt und ist mit vier Fortbildungspunkten anerkannt.

Im Mittelpunkt der Fortbildungsveranstaltung stehen drei Vorträge von Experten der AkdÄ:

Professor Dr. med. Winfried Häuser
Facharzt für Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie; Spezielle Schmerztherapie, Sportmedizin, Saarbrücken, Mitglied der AkdÄ

„Stellenwert von cannabisbasierten Arzneimitteln und Medizinalhanf in der Inneren Medizin und Schmerzmedizin“

Es wird ein Überblick über die Zulassung, Evidenzbasierung und praktische Probleme in der Handhabung von cannabisbasierten Arzneimitteln und Medizinalhanf gegeben.

Das THC/CBD- haltige Mundspray (Sativex®) ist als Fertigarzneimittel seit 2011 zugelassen für die Indikation mittelschwere und schwere Spastik bei multipler Sklerose, die nicht angemessen auf eine andere antispastische Therapie angesprochen hat und sich bei einem Therapieversuch klinisch erheblich bessert. Randomisierte klinische Studien zeigen eine Reduktion der subjektiven, nicht jedoch der objektiven Spastik. Das Fertigarzneimittel mit dem synthetischen THC- Analogon Nabilon (Canemes®) ist als Fertigarzneimittel seit Dezember 2016 bei der Indikation Übelkeit und Erbrechen bei Patienten unter Chemotherapie, wenn andere Medikamente nicht entsprechend wirken, zugelassen. Die Zulassung erfolgte auf der Basis von methodisch unzureichenden Studien (ungeeignete Zielparameter; kein Vergleich mit modernen Antiemetika). Es gibt eine eingeschränkte Evidenz für das THC/CBD- haltige Mundspray, nicht jedoch für Dronabinol und Medizinalhanf, bei einigen neuropathischen Schmerzsyndromen. Es gibt Hinweise für eine fehlende Wirksamkeit von cannabisbasierten Arzneimitteln und Medizinalhanf beim Tumorschmerz und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Der Einsatz von cannabishaltigen Fertigarzneimitteln in der Inneren Medizin und Schmerzmedizin ist daher als individueller Therapieversuch anzusehen. Auf Grund unzureichender Daten für die Dosierung und das Mischungsverhältnis von THC und CBD, der umständlichen Applikation und der individuell sehr variablen Aufnahme von THC über einen Vaporisator oder als Tee verschreibt der Referent keinen Medizinalhanf.  

PD Dr. Martina Pitzer
Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Karlsruhe, Vorstandsmitglied der AkdÄ

„Neuere Entwicklungen in der medikamentösen ADHS-Therapie im Kindes- und Jugendalter“

Die medikamentöse Therapie stellt eine wichtige Säule in der multimodalen Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) dar.

In den letzten Jahren hat sich durch Neuzulassungen das Spektrum der Psychopharmaka für diese Indikation im Kindes- und Jugendalter erweitert.

In dem Referat sollen nach einer kurzen Einordnung der Psychopharmakotherapie in die Gesamtbehandlungsstrategie die verschiedenen medikamentösen Optionen in ihrem Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil dargestellt werden.

Professor Dr. med. Lutz Hein
Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie, Facharzt für Klinische Pharmakologie, Freiburg, Mitglied der AkdÄ

„Neue Arzneimittel 2017/2018 – eine kritische Bewertung“

Jedes Jahr kommen in Deutschland 30–40 neue Arzneistoffe auf den Markt. Diese Wirkstoffe werden einer frühen Nutzenbewertung nach dem AMNOG unterzogen. Im Rahmen dieses Verfahrens wurde im vergangenen Jahr für 14 von 31 neuen Arzneistoffen ein Zusatznutzen festgestellt. Zahlreiche neue Wirkstoffe sind entweder therapeutische Antikörper oder Kinase-Inhibitoren. Dies betrifft nicht nur den Bereich der Onkologie, sondern auch die Hepatologie mit weiteren Hepatitis C-Wirkstoffen und in 2017 die Rheumatologie mit drei neuen Anti-Cytokin-Pharmaka. Im Vortrag sollen ausgewählte neue Arzneimittel vorgestellt, kritisch bewertet und zur Diskussion gestellt werden.


Alle Beiträge widmen sich den Themen unter besonderer Beachtung klinisch-praktischer Aspekte der Patientenversorgung.

Im Anschluss an die Vorträge besteht hinreichend Möglichkeit zu einer moderierten Fachdiskussion mit den Experten.
Moderation: Prof. Dr. med. Wilhelm Niebling, Freiburg, stellvertretender Vorsitzender der AkdÄ

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Berlin, Vorsitzender der AkdÄ
Dr. med. Katrin Bräutigam, Berlin, Geschäftsführerin der AkdÄ.

Anmeldung und Auskunft: Karoline Luzar, AkdÄ, fortbildung@akdae.de

letzte Änderung am 16.01.2018

Kammer-im-Blick-2016-17-Teaser

Auf 24 Seiten informiert die Broschüre über ausgewählte Ereignisse und Aktivitäten im Zeitraum 2016 bis 2017.

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Für suchtkranke Ärztinnen und Ärzte: Interventionsprogramm

Die Verkehrsmedizin widmet sich Erkrankungen und Behinderungen, die zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Auch Medikamente und Drogen können die Verkehrstauglichkeit mindern.

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Neu: "Empfehlungen zur ärztlichen Fortbildung" vom 24.April 2015 in 4. überarbeiteter Auflage in Kraft getreten. Weitere Infos