Badesalze - Kräutermischungen - Legal Highs - Crystal Meth; Getarnte, lebensbedrohliche Substanzen


am Mittwoch, 22. November 2017
von 10.00 – 16.00 Uhr

in den Räumen des "Hospitalhofs"
Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart-Mitte

Eine Veranstaltung des Ausschusses "Suchtmedizin"
der Landesärztekammer Baden-Württemberg

Die Zusammensetzung der Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS) ist häufig unbekannt. Die Bezeichnung Legal Highs (zum Teil auch Research Chemicals genannt) soll nahelegen, dass es sich um harmlose, angeblich legale Ersatzstoffe handelt. Diese werden zum Teil zu herkömmlichen, illegalen Substanzen angeboten, als getarnte Produkte wie Düngerpillen, Badesalze oder Kräutermischungen. Dahinter verbergen sich psychoaktive Substanzen mit hohem Risiko für den Konsumenten. Die Zahl der Todesfälle durch Neue Psychoaktive Substanzen steigt jährlich. Bei einem der jüngsten tragischen Fälle aus Baden-Württemberg starben Anfang des Jahres im Bodenseekreis drei Erwachsene an sogenannten Research Chemicals. Die Konsumfolgen sind je nach Substanz unterschiedlich und häufig für den Konsumenten nicht absehbar, was zu schweren Intoxikationen führen kann.

Mit Veröffentlichung am 21. November 2016 im Bundesgesetzblatt hat das Gesetz zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe Gültigkeit erlangt. In den Jahren davor mussten neu auf "dem Markt" aufgetauchte, psychoaktive Substanzen dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sowie Vertrieb und Konsum verboten werden. Da jedoch Monat für Monat immer neue, in ihrer chemischen Struktur leicht veränderte Stoffe angeboten wurden, kann mit dem Gesetz nun konsequent der Handel und Konsum ganzer Stoffgruppen verboten werden.

Der Vertrieb der Neuen Psychoaktiven Substanzen erfolgt wie der der Stimulanzien verantwortungslos und verharmlosend. Für Ärzte ist anhand der Symptomatik oft nicht ersichtlich, welche Art von Substanz konsumiert wurde und entsprechend schwierig gestaltet sich eine entsprechende Therapie.

Das diesjährige Sucht-Symposium des Ausschusses "Suchtmedizin" der Landesärztekammer befasst sich mit dem Nachweisproblem der Substanzen ebenso wie mit den klinischen Symptomen, Risiken, der Epigenetik und der Behandlung. Darüber hinaus wird auf das gesellschaftliche Problem der Drogen eingegangen wie auch auf die Arbeit der Polizei. Sucht und Drogen als gesellschaftliches Problem bleiben eine interdisziplinäre und interprofessionelle Herausforderung. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen und Ihre Anmeldung zu unserer Tagung.

Programm

10.00 – 10.40 Uhr  
Moderation und Einführung
Frau Dr. med. Paula Hezler-Rusch, Konstanz
Vorsitzende des Ausschusses "Suchtmedizin" der Landesärztekammer
Matthias Felsenstein, Stuttgart
Leiter der Abteilung Fortbildung und Qualitätssicherung der Landesärztekammer

Begrüßung
Dr. med. Ulrich Clever
Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg
            
Grußwort
Manfred Lucha, MdL
Minister für Soziales und Integration Baden-Württemberg

10.40 – 11.15 Uhr   
Klinische Symptome und Risiken der NPS
Diskussion
PD Dr. med. Leo Hermle
Klinikum Christophsbad, Bereich Christophsheim, Göppingen

11.15 – 11.50 Uhr   
Ist unsere Zivilisation drogenabhängig?
NPS: Wie groß ist das Problem? Die Lage in Deutschland - Europa - weltweit
Diskussion
Dr. Dipl.-Psych. Tim Pfeiffer-Gerschel
DBDD Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, IFT Institut für Therapieforschung, München

11.50 – 12.25 Uhr   
Wer bezahlt die Zeche?
Genetik und Epigenetik der Sucht
Diskussion
Prof. Dr. med. Helge Frieling
Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover

12.25 – 13.15 Uhr   
Mittagspause

13.15 – 13.50 Uhr   
Das Hase und Igel Spiel
Nachweismethoden für NPS
Diskussion
Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Volker Auwärter
Forensische Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Universität Freiburg

13.50 – 14.25 Uhr   
Tatort - Die Arbeit der Polizei
Diskussion
Hanjo Leukam
Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg, Landespolizeipräsidium Referat 32 (Kriminalitätsbekämpfung, Prävention, Krimino-logie)

14.25 – 14.40 Uhr  
Kaffeepause

14.40 – 15.15 Uhr  
Leitplanken ?
S3 Leitlinien zu Diagnostik und Therapie der Metamphetaminabhängigkeit
Diskussion
Frau Prof. Dr. med. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank
LVR-Klinik Köln, Fachklinik für Psychiatrie

15.15 – 15.50 Uhr   
Unfall - Zufall - Notfall
Drogen Notfälle
Diskussion
Stefan Walcher
Schwerpunktpraxis CONCEPT, München

15.50 – 16.00 Uhr   
Abschluss und Ausblick
Frau Dr. med. Paula Hezler-Rusch

Die Teilnahme ist kostenfrei – Anmeldung erforderlich.

Die Veranstaltung ist mit 6 Punkten auf das Fortbildungszertifikat der Landesärztekammer Baden-Württemberg anerkannt.

Programm und Anmeldungen:
Landesärztekammer Baden-Württemberg
Fortbildung und Qualitätssicherung
Frau Mangold
Jahnstraße 40
70597 Stuttgart
Telefon: 0711/76989-24
Fax:   0711/76989-82
E-Mail 

letzte Änderung am 14.10.2017