Kampagne der Landesärztekammer

"Nicht korrupter Arzt" bzw. "Nicht korrupte Ärztin"

Während Deutschland auf einen riesigen Ärztemangel zusteuert, erleben die Ärztinnen und Ärzte gleichzeitig eine groß angelegte Treibjagd auf ihre Qualität und ihre ethische Reputation. Fast täglich erscheinen Berichte in den Medien, welche sich gegen die Integrität der Ärzte und ihre Berufsausübung richten. Sie werden dort pauschal des Pfuschs, der Abzocke und der Bestechlichkeit bezichtigt. Die Ärztinnen und Ärzte empfinden diese Diffamierungskampagne als unerträglich.

Als erste Sofortmaßnahme hat die Landesärztekammer Baden-Württemberg mit ihren vier Bezirksärztekammern in Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg und Südbaden auf dem heute eröffneten Kongress MEDIZIN 2013 in Stuttgart eine Kampagne gestartet: Alle Mediziner, die an der Veranstaltung teilnehmen, erhalten am Gemeinschaftsstand der Ärztekammern (B 60 in Halle 4) eine Ansteckplakette mit dem Slogan „Nicht korrupter Arzt“ bzw. „Nicht korrupte Ärztin“. Der Button kann nicht nur während des Kongresses getragen werden, sondern soll auch in Praxis und Klinik die Patienten zu Nachfragen bei der Ärztin und beim Arzt animieren. Hinzu kommen Informationsplakate und -flyer, die Sie am Ende dieser Seite herunterladen und selbst ausdrucken können.

Warum gerade jetzt diese Aktion?

Der so genannte Organspendeskandal wird aktuell als Beweis der Korruptionsbereitschaft der deutschen Ärzte herangezogen. Ihrer Selbstverwaltung wird immer häufiger insuffiziente Arbeit und Dienst nach Vorschrift vorgeworfen. Wenige schwarze Schafe unter den Ärzten rechtfertigen augenscheinlich die Generalschelte gegen Krankenhäuser, Kassenärztliche Vereinigungen, Ärztekammern sowie gegen einen ganzen Berufsstand.

Diese Verunglimpfungen der Ärzteschaft gehen an der Sache vorbei. Die Wirkung ist verheerend - derartige Verallgemeinerungen führen dazu, dass man beispielsweise in der Praxis als versorgender Arzt bei jedem Rezept verdächtigt wird, etwas dafür zu bekommen. Das verunsichert die Patienten und sorgt für unnötiges Misstrauen. Dabei ist das Gegenteil wahr: Die Mediziner haften auch noch für ihre Verschreibungen und bekommen im Zweifelsfall sogar einen Regress.

Daher fordert die baden-württembergische Ärzteschaft:

  • Schluss mit der aus Einzelfällen abgeleitete Verurteilung aller Ärzte
  • Versachlichung der Diskussion über vermeintliche Bestechlichkeit
  • Mehr Kompetenzen für die verfasste Ärzteschaft, um selbst und aus sich heraus gegen ärztliches Fehlverhalten vorgehen und relevante Dokumente und Beweise sicherstellen zu können

Geht es hingegen weiter wie bisher, so wird die Bereitschaft junger Ärztinnen und Ärzte, ihren Beruf in Deutschland auszuüben, nicht unbedingt beflügelt. Das würde die Situation für die Ärzteschaft und die Patienten weiter verschärfen.

Weitere Informationen zum Thema:

Verunglimpfung der Ärzteschaft scharf verurteilt - Ärztekammern ahnden ärztliches Fehlverhalten auf Grundlage des Berufsrechts. Pressemitteilung vom 15. Januar 2013 mit einem Statement von Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Dokumente zum Download und Ausdrucken:


letzte Änderung am 25.01.2013

Kammer-im-Blick-2016-17-Teaser

Auf 24 Seiten informiert die Broschüre über ausgewählte Ereignisse und Aktivitäten im Zeitraum 2016 bis 2017.

Die siebte Vertreterversammlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg findet statt am 25.11.2017 um 9.30 Uhr in der KVBW. 

Weitere Informationen für Delegierte

Wichtige Informationen für Ärztinnen und Ärzte, die sich in der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen engagieren wollen.

Die Verkehrsmedizin widmet sich Erkrankungen und Behinderungen, die zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Auch Medikamente und Drogen können die Verkehrstauglichkeit mindern.

Hier finden Sie verkehrsmedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte.

Neu: "Empfehlungen zur ärztlichen Fortbildung" vom 24.April 2015 in 4. überarbeiteter Auflage in Kraft getreten. Weitere Infos