Gemeinsames Ziel: Keine Hausarztpraxisschließung mehr ab Ende 2018, Förderung von Quereinstieg und anderen kurzfristig greifenden Maßnahmen

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg spricht sich für die Sicherung einer flächendeckenden hausärztlichen Versorgung aus.

Ab Ende 2018 sollte keine Hausarztpraxis wegen Bewerbermangel mehr schließen müssen. Der Quereinstieg und weitere kurz- mittel- und langfristige Maßnahmen sind weiter zu entwickeln und zu fördern.

Begründung:

Die hausärztliche Versorgung ist die Basis der Gesundheitsversorgung. Aktuell sind in Baden Württemberg knapp 500 Hausarztsitze nicht zu besetzen, bis 2022 werden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung weitere 500 Hausarztsitze nicht wieder besetz werden können. Die Hausärztliche Versorgung mit persönlicher Arzt-Patienten-Beziehung scheint  in der bisher gewohnten Form kurz und langfristig ohne gezielte gemeinsame Anstrengungen nicht mehr aufrechtzuerhalten. Hierzu ist die Bestimmung eines gemeinsamen Zieles der erste Schritt.

Der 120. Deutsche Ärztetag in Freiburg hat mit großer Mehrheit den Antrag  "Zukunftsperspektive der hausärztlichen Versorgung durch ein hausarztgeleitetes interprofessionelles Versorgungsteam" beschlossen (Drucksache Ib - 01): Die Sicherstellung einer flächendeckenden wohnortnahen hausärztlichen Versorgung in Deutschland stellt eine große Herausforderung dar. Daher begrüßt der 120. Deutsche Ärztetag 2017 nachdrücklich den Meinungsaustausch über die Zukunftsperspektiven der hausärztlichen Versorgung innerhalb der Ärzteschaft und die Entwicklung konzeptioneller Vorschläge aufbauend auf den Beschlüssen des 114. Deutschen Ärztetages 2011 in Kiel ("Eckpunkte zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung" [Drucksache VI - 09]) und des 115. Deutschen Ärztetages 2012 in Nürnberg ("Die Rolle des Hausarztes in der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung" [Drucksache VI - 08]). Der 120. Deutsche Ärztetag 2017 spricht sich dafür aus, sich bei der Erarbeitung konzeptioneller Vorschläge an folgenden Leitgedanken zu orientieren: eine stärkere Ausrichtung der hausärztlichen Versorgung, unter Berücksichtigung des bisherigen Behandlungsspektrums, auf die Betreuung und Behandlung chronisch kranker Patientinnen und Patienten sowie auf Prävention und Rehabilitation Einbindung anderer Berufsgruppen in die Praxisteams in den Hausarztpraxen. Weiterentwicklung intra- und interprofessioneller regionaler Versorgungsstrukturen, einschließlich einer sektorenübergreifenden Versorgung Kooperation mit regionalen Strukturen der Gesundheits-, Pflege- und Sozialberatung, Integration von E-Health- und telemedizinischen Strukturen in die Versorgung Förderung der Gesundheitskompetenz der Patienten und ihres sozialen Umfeldes Anpassung der Vergütungsstruktur an die veränderten Versorgungskonzepte.

letzte Änderung am 25.07.2017

Kammer-im-Blick-2016-17-Teaser

Auf 24 Seiten informiert die Broschüre über ausgewählte Ereignisse und Aktivitäten im Zeitraum 2016 bis 2017.

Die siebte Vertreterversammlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg findet statt am 25.11.2017 um 9.30 Uhr in der KVBW. 

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