Ausbildungen der Gesundheits-Fachberufe auf gleiche Grundlagen stellen

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg fordert die politischen Entscheidungsträger dazu auf, die Berufsausbildung für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden den Regelungen für andere Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen, wie Kinder- / Kranken- und Altenpflege, MTA, MFA, Notfallsanitäter, Hebammen, etc. insofern anzugleichen, als diese

-       gebührenfrei bzw. ohne Schulgeld

-       staatlich (teil-) finanziert oder gefördert

-       mit einer Ausbildungsvergütung

-       mit bundeseinheitlichen Ausbildungsinhalten und Prüfungen

-       mit staatlich anerkanntem Abschluss (wie schon bisher)

zu einem bundesweit gleich qualifizierten Ausbildungsberuf führen muss.

In diesem Zusammenhang gilt es gleichzeitig, angelehnt an den neuen Gesundheitsberuf "Physician Assistant - PA", zu prüfen und anzustreben, die akademische Qualifikation als Bachelor und  Master auf der Basis dieser Gesundheits-Ausbildungsberufe im Sinne einer akademischen, dualen curriculären Weiterbildung einzurichten.

Begründung:

  • Die meisten Physiotherapie- Ergotherapie- Logopädie-Ausbildungen finden an privat zu bezahlenden Ausbildungsstätten statt. Die Bereitschaft, für seine Ausbildung Schulgeld (bis > 500.- € / Monat) zu bezahlen und gleichzeitig keine Ausbildungsvergütung zu bekommen, lässt offensichtlich deutlich nach.
  • Die Ausbildungsplätze an den entsprechenden Fachschulen werden bereits nicht mehr vollständig nachgefragt bzw. belegt.
  • Ein Mangel an Physiotherapeuten besteht zunehmend.
  • Die einzelnen Schulen / Schulträger haben zwar in etwa gleiche Lernzielkataloge, die Inhalte gerade der klinisch-medizinischen Fächer bestimmen jedoch konkret die Fachdozenten. Diese prüfen in der Regel auch die selbst vermittelten Inhalte.
  • Die nach grundständigem Studium (8 Semester, in denen eine dreijährige klassische Ausbildung versenkt ist) dem Arbeitsmarkt zugehenden Physiotherapie- / Ergotherapie- / Logopädie-Bachelor gehen ohne nennenswerte berufspraktische Erfahrung in der Regel gleich in Leitungspositionen, was nicht selten zu Problemen führt.

Um einen zunehmend eklatanten Mangel gut ausgebildeter Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zu vermeiden und damit eine flächendeckend ärztlich indiziert gute Patientenversorgung durch diese Berufsgruppen zu erhalten, ist die Erfüllung der oben genannte Forderungen aus Sicht der Landesärztekammer unerlässlich.

Die Ausbildung aller Gesundheits-Fachberufe sollte zu vergleichbaren Rahmenbedingungen erfolgen. Schulgeld-Forderungen schrecken ab. Dies zumal dann, wenn mit einem Berufsabschluss keine so attraktiv gute Vergütung seiner Leistungen zu erwarten ist, die diesen Aufwand amortisieren ließen.

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Akademisierung auch dieser Therapie-Berufe regen wir an, diese angelehnt an die akademische duale Weiterbildung der Physician Assistants anzupassen.

letzte Änderung am 25.07.2017

Kammer-im-Blick-2016-17-Teaser

Auf 24 Seiten informiert die Broschüre über ausgewählte Ereignisse und Aktivitäten im Zeitraum 2016 bis 2017.

Die siebte Vertreterversammlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg findet statt am 25.11.2017 um 9.30 Uhr in der KVBW. 

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