Landesärztekammer Baden-Württemberg lehnt Einführung einer Landarztquote ab (26.11.2016)

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg lehnt die Einführung einer so genannten "Landarztquote" ab. Bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen verstärkt Bewerber zu berücksichtigen, die sich dazu verpflichten, nach ihrem Medizinstudium in einer unterversorgten Region zu arbeiten, ist ein ungeeignetes Mittel, um den Mangel an Ärztinnen und Ärzten in ländlichen Regionen zu bekämpfen.

Begründung:

Die Landarztquote geht an den Ursachen des Problems völlig vorbei. Die Gründe, warum Medizinstudierende immer seltener in ländlichen Regionen arbeiten, sind vielfältig und reichen von ungünstigen Arbeits- und Niederlassungsbedingungen auf dem Land bis hin zu Fragen der grundsätzlichen Lebensbedingungen vor Ort. So ergaben Studien zur ärztlichen Berufswahl und auch die großen Mitgliederbefragungen des Marburger Bundes, dass angehenden Ärztinnen und Ärzten vor allem eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf, eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit, mehr Teamarbeit und ein Abbau von bürokratischen Hindernissen im Hinblick auf die Niederlassung wichtig ist.

Medizinstudierende dürfen nicht frühzeitig zu einer Festlegung auf eine bestimmte Fachrichtung gezwungen werden. Bei Einführung einer Landarztquote müssten die Betroffenen schon vor Beginn ihres Studiums und weit vor Beginn ihrer ärztlichen Tätigkeit eine Entscheidung über ihre konkrete spätere berufliche Tätigkeit und Ihren Arbeitsort treffen, ohne dass sich zwischenzeitlich ergebende persönliche Umstände oder Lebensentscheidungen noch ausreichend berücksichtigt werden können. Hierdurch würde die persönliche Entscheidungsfreiheit der Studierenden unangemessen eingeschränkt.

letzte Änderung am 30.11.2016

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